Ihr Lieben, habt Ihr die Wettervorhersage gehört? Es wird die nächsten Tage bitterkalt, bis runter auf –4 Grad, brrrrr! Da brauchen wir etwas, um den Leib und die Seele zu wärmen. Fällt Euch auch direkt ein heißer Glühwein ein? Ein feines Glas Glühwein wärmt die Finger, wärmt von innen, und bringt auch genug Alkohol und Zucker mit, um den inneren Ofen am Laufen zu halten. Glühwein hebt ganz einfach die Stimmung.

Conditum Paradocum
Schon die alten Römer haben ihren Wein mit Gewürzen versehen und so zum „Conditum Paradocum“ gemacht. Im Kochbuch des Apicius ist die Rede von Pfeffer, Mastix und Lorbeer. Von Honig, Safran, Dattelkernen und Datteln, die dem heißen Wein zugesetzt wurden.

Die Germanen haben sich das Rezept abgeschaut und es dann ein wenig variiert. So entwickelte sich in den kalten Regionen Europas das, was wir heute Glühwein oder Punsch nennen – je nachdem, ob die Basis der Wein, der Apfelwein oder der Saft mit Rum ist.
Glühweingewürze, die winterlichen Aromen
Bis heute würzen wir unseren heißen Wein ganz ähnlich wie Apicius. Süß muss er sein, und Zimt und Orangenschale dürfen nicht fehlen. Noch intensiver und feiner wird er mit Nelke, Sternanis und Ingwer. Zum Süßen kann man schlicht Zucker nehmen, aber Ahornsirup oder Honig bringen nochmals eigene Aromen mit. Ich persönlich gebe auch gerne noch etwas frisch gepressten Orangensaft und etwas Bitterorangenmarmelade hinzu. Jeder macht es, wie er mag!
Soulfoodies Glühweingewürz
Von uns zu Eduard Dornberg oder EDORA in Kleinostheim ist es nur ein Katzensprung. Ich könnte fast hinlaufen. Das habe ich allerdings erst gemerkt, als ich ein paar Glühweingewürze durchprobiert habe. Das Edora-Gewürz hat mir am besten geschmeckt, ich habe mir die Zutaten angeschaut und die Adresse gesehen. 😊


Dieses Gewürz soll unser Ausgangspunkt werden. Es besteht aus Zimt, Orangenschale, Sternanis, Nelke und Ingwer. Fürs exakte Rezept habe ich mir dann die Mühe gemacht, zweimal einen Esslöffel davon vorsichtig in die Zutaten zu zerlegen und diese dann zu wiegen. Gemittelt ergibt sich für einen Esslöffel:
7 g Zimtstangenstücke
1,3 g Sternanis
1,5 g Nelke
1,1 g getrocknete Orangenschalenstücke
1,3 g getrocknete Ingwerstücke
Jetzt könnten wir das Gewürz schlicht nachbauen. Mehr Freude macht es aber, wenn wir das Rezept an den eigenen Geschmack anpassen. Mehr Orange, weniger Nelke, oder doch etwas Pfeffer? Ein paar Fäden Safran? Ihr seid der Chef und wisst stets genau, was drin ist. Die Soulfoodie-Variation seht Ihr unten. Wenn Ihr Euch die Mühe macht und das Gewürz noch in ein hübsches Glas samt Etikett füllt, habt Ihr das perfekte Gastgeschenk.
Zwei Worte noch zur Herstellung: Für die Orangenschale schäle ich von zwei, drei gut abgewaschenen Bioorangen alles Orangene ab (Blutorangen sind ein besonderer Leckerbissen, wenn Ihr welche bekommt). Auch für den Ingwer nehme ich den Sparschäler zur Hand und hoble dann flache Späne ab. Schale und Späne gebe ich in den Ofen bei 100 Grad Umluft, mittlere Schiene, mit einem Kochlöffel in der Ofentür (für einen Luftspalt). Nach ein, zwei Stunden ist alles gut angetrocknet und trocknet dann noch zwei Tage auf der Heizung perfekt durch.
Wenn Orangenschale, Ingwer, Zimt abgewogen sind und bereit liegen, geht es ans Zerkleinern und ans Mischen. Ihr denkt vielleicht an einen Mörser, aber davon würde ich abraten. Das Ergebnis wird zu fein und kann dann nicht mehr gut mit einem Teeei verwendet werden. Ich zerkleinere Zimt, Schalen, Nelken und Sternanis einfach mit den Fingern.
Und jetzt noch ein Tipp zum hübschen fertigen Gläschen und zum Etikett, weil Ihr hierzu schon mehrfach angefragt habt: Ich sammle ganz einfach leere Ankerkraut-Gläschen und drucke mir die Etiketten dann selbst, in der Größe 50 x 70 mm, je eines für vorne, eines für hinten. Stil und Layout habe ich aus Spaß teils von Ankerkraut übernommen (man ist mir dort hoffentlich nicht böse). Als Kleber für diese Etiketten wie auch für die Etiketten für die Marmelade verwende ich einen UHU-Stick, weil dessen Klebstoff wasserlöslich ist.





— www.soulfoodie.de , Tilo ~Gallo~ Gockel, Mitte Februar 2026
Das perfekte Glühweingewürz
Zutaten
- 40 g Zimtstange
- 10 g getrocknete Orangenschalenstücke (Bioorange + Sparschäler)
- 10 g getrockneter Ingwer
- 8 g Nelken
- 8 g Sternanis
Zubereitung
Zubereitung des Glühweingewürzes
- Drei Bioorangen abwaschen und mit dem Sparschäler die Schale (nur das Orangene) abschälen. Ca. 5 cm Ingwer schälen und mit dem Sparschäler in dünne Streifen hobeln. Die Schalen und die Streifen im Ofen gut durchtrocknen, 2h bei 90 Grad Umluft, mit einem Holzlöffel in der Tür für einen Spalt.
- Über Nacht auf der Heizung fertigtrocken, dann mit den Fingern in kleine Stücke brechen.
- Die Zutaten wiegen, alles mit den Fingern brechen und zerkleinern, und dann das Gewürz mischen.
Zubereitung des Glühweins
- 0,5 Liter Wein oder Saft mit 20 g Zucker oder Kandiszucker auf 85 Grad erwärmen (es darf nicht kochen).
- Einen leicht gehäuften EL Gewürz (das sind rund 12 g) in einen Teefilter oder in ein Teeei geben und in den Wein hängen.
- Abschmecken, evtl. mehr Zucker oder Kandiszucker hinzugeben, nach Geschmack. Dann in vorgewärmte Tassen geben und genießen.
Gourmettipp Während des Erwärmens kann man auch etwas frisch gepressten Orangensaft und/oder 1 TL Orangenmarmelade hinzufügen. Dann wird der Geschmack noch fruchtiger und frischer.













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