Ihr Lieben, Ihr trinkt gerne feinen Cappuccino, Latte Macchiato oder Espresso und möchtet dieses Vergnügen auch mit den Urlaub nehmen? Eure Siebträgermaschine wird leider nicht in den Koffer passen, ein kleiner Moka Pot dagegen schon. Seht hier, wie Ihr auch mit einfachsten Mitteln einen sagenhaften Cappuccino zaubern könnt!

Der Moka Pot
Es geht um diese klassischen, kultigen Espressokocher, die wir alle besitzen, aber viel zu selten nutzen. Hier im Soulfoodie-Haushalt haben wir mindestens drei dieser Kännchen. Im deutschen Wikipedia ist die Rede von der „Espressokanne“, im englischen tatsächlich schlicht vom „Moka Pot“.
Der Moka Pot wurde 1933 in Italien von Alfonso Bialetti erfunden. Er ist aus Aluminium gegossen, hat unten ein Reservoir für das Wasser, darüber einen zylindrischen Filter, der mit Kaffeepulver gefüllt wird, eine Steigleitung nach oben ins Kaffeereservoir und seitlich ein Schutzventil, das bei Überdruck im Wasserreservoir anspricht. Das Wasser kocht, wird durch das Kaffeepulver gepresst und landet dann, mit Kaffee gesättigt, im oberen Kaffeereservoir. Fertig ist der Mokka!
Echte Espressomaschinen arbeiten mit neun bar aufwärts. Der klassische Moka Pot kann dagegen nur einen Druck von ein bis vielleicht zwei bar aufbauen und keinen echten Espresso mit Crema erzeugen. Zwar schmeckt der Mokka auch ohne Crema, aber es gab auch Bemühungen, den Moka Pot mit mehr Druck auszustatten. Entstanden ist die Bialetti Brikka, die durch ein Ventil in der Steigleitung mehr Druck erzeugen kann. Der Mokka wird dadurch cremiger und kommt schon nahe an einen Espresso ran.
Die FAQ zum Moka Pot
Die ersten Gehversuche mit dem Moka Pot sind gar nicht so einfach. Hier kommt die Anleitung in der Kürze.
Wieviel Wasser in den Moka Pot?
Man kann schlicht nach Augenmaß bis etwas unterhalb des seitlichen Sicherheitsventils einfüllen (das sind bei einem 2-Tassen-Pot rund 130 ml).
Wer es genauer machen möchte, schaut in die Anleitung. Bei mir steht dort für die Bialetti Brikka „2 Cups“ 120 ml, die ich mit dem mitgelieferten Messbecher abmessen kann. Damit entstehen am Ende rund 100 ml fertiger Espresso.
Wieviel Kaffeepulver in den Moka Pot?
Das ist einfach! Der zylindrische Kaffeefilter sollte schlicht bis zum Rand mit Kaffeepulver befüllt werden. Bei meiner 2er Bialetti Brikka sind das 20 g Bohnen oder 20 g gemahlener Kaffee.
Dabei sollte man das Pulver aber keinesfalls pressen, sondern es sogar im Anschluss nach dem Befüllen und Abstreifen noch etwas auflockern (zum Beispiel mit einem Zahnstocher). Profis schichten im Zylinder in der Mitte noch vorsichtig einen kleinen, lockeren Pulverberg auf.
Welcher Mahlgrad für die Bohnen?
Leider besitzen die Kaffeemühlen nur selten eine Skala, und so kann man auch keinen exakten Mahlgrad nennen. Da hilft es nur, fertig gemahlenen Espresso von Lavazza oder Bialetti daneben zu haben und dann mit den Fingern den Mahlgrad mit dem eigenen Erzeugnis zu vergleichen. So könnt Ihr Euch leicht rantasten. „Etwa so wie Sand“ ist ein guter Anhaltspunkt.
Wann ist mein Espresso fertig? Wann sollte ich den Brauvorgang also abbrechen?
Siehe dazu auch oben: Wieviel Wasser in den Moka Pot?
Man kann den Brauvorgang in drei Phasen unterteilen:
- Lautlos: Anheizen, bis das Wasser kocht.
- Blubbblubberblubber: Das Wasser kocht, der Kaffee steigt blubbernd hoch und sammelt sich oben im Kaffeereservoir. Hier sollte man nur noch kurz warten und dann das Kännchen von der Hitze nehmen. Diese Phase dauert rund ein bis zwei Minuten.
- Tschiiiiii: Wenn man das Kännchen nicht rechtzeitig von der Hitze nimmt, kommt Phase 3 mit einem bösen Zischen und verbrannten Gerüchen.
Wie reinige ich meinen Moka Pot?
Kaffee ist ölhaltig und Kaffeereste können schimmeln. Daher sollte man nach dem Brauvorgang alle Einzelteile gut unter warmem Wasser reinigen und ab und an auch etwas Spülmittel verwenden. Keinesfalls darf der Moka Pot aber in die Spülmaschine, weil dort das Aluminium irreversibel schwarz anläuft.
Kann ich mit meinem 2-Tassen-Kocher auch nur 1 Espresso kochen? (mit meinem 4er auch nur 2 Tassen)?
Nein, das funktioniert leider nicht, weil dann die Druckverhältnisse nicht mehr stimmen. Man sollte tatsächlich für ein, zwei oder vier Tassen den jeweils passenden Kocher verwenden.
Kann ich meinen Alu-Espressokocher auch auf Induktion betreiben?
Der klassische Moka Pot besteht aus Aluminium und taugt daher nicht für Induktionskochfelder. Man kann aber eine „Adapterplatte“ aus Stahl verwenden. Von Bialetti und anderen gibt es mittlerweile auch induktionsfähige Kocher wie die „Bialetti New Venus“. Die gute 2-Tassen-Brikka gibt es aber bis dato leider nur in Aluminium.
Mein Moka Pot pinkelt am Gewinde raus! Was kann ich tun?
Zuerst sollte man den Kocher auseinanderschrauben und mit einem Korkenzieher o.ä. vorsichtig die Gummidichtung rausnehmen. Dann kann man die Dichtung für zwei, drei Minuten auskochen, um sie geschmeidiger zu machen. In dieser Zeit sollte man auch einmal den Kocher ohne Dichtung und Sieb 20- bis 30-mal zusammen- und wieder auseinanderschrauben, um das Gewinde zu schleifen.
Danach sollte man dann unter fließend Wasser mit einer Bürste alles sorgfältig vom Metallstaub säubern und dann den Kocher wieder zusammenbauen. Fast sicher ist das Pinkeln damit behoben. Langfristig kann man auch die Gummidichtung durch eine Silikondichtung ersetzen, die weicher ist und daher besser abdichtet.
In meinem Espresso sind störende Schwebteile!
Da hilft ein passender Papierfilter, den man nass macht und dann von unten aufs Siebchen legt bzw. klebt. Chao macht es vor.
Wieso sollte ich gerade die Bialetti Brikka nehmen und nicht einen preisgünstigeren Moka Pot?
Die Brikka hat ein Druckventil in der aufsteigenden Röhre und baut dadurch mehr Druck auf als der Standardkocher. Das Resultat ist ein Espresso mit Crema.
Wie komme ich vom Espresso zum Cappuccino?
Für einen schönen Cappuccino nimmt man eine vorgewärmte Tasse, füllt unten den frisch gebrauten Espresso ein und gibt obenauf zuerst die warme, aufgeschäumte Milch, dann den Milchschaum (oft dann als schöne „Latte Art“). Das Rezept findet Ihr unten im Anschluss. Ein bewährtes Verhältnis ist Espresso : Milch : Milchschaum = 1:1:1.
Wie schaut die perfekte Ausrüstung aus?
Gesetzt ist natürlich der Moka Pot. Ideal ist hier die Bialetti Brikka in der Version für zwei Tassen. Dann braucht es eventuell für Induktion eine Adapterplatte, dann eine Kaffeemühle, einen Aufschäumer und vielleicht noch ein Edelstahlkännchen fürs einfachere Milcheinffüllen und für die Latte Art. In der Übersicht seht Ihr auch die alte Gummidichtung und die neuen Silikondichtungen im Vergleich.

Die Galerie
In der Galerie seht Ihr nochmals alle Details und auch alle genannten Geräte. Viel Spaß damit.






–– www.soulfoodie.de , Tilo ~gallo~ Gockel , Ende August 2025
Bester Cappuccino aus dem Moka Pot
Kochutensilien
- 1 Moka Pot für zwei Tassen, bspw. von Bialetti. Besonders gut taugt die Bialetti Brikka, weil sie durch ein spezielles Druckventil in der Steigleitung sogar Crema erzeugt.
- 1 Adapterplatte aus Stahl, wenn man ein Induktionskochfeld verwendet (die Alu-Bialettis funktionieren nicht auf Induktion).
- 1 Akkubetriebener Aufschäumer für den Milchschaum (in der Bauform ähnlich einer Motorzahnbürste)
Zutaten
- 20 g Kaffeebohnen Lavazza Caffe Crema Dolce, bzw. exakt so viel Pulver, dass das Siebchen bis zum Rand ganz ohne Pressen locker gefüllt ist, bzw. auch in guter Näherung so viele Bohnen.
- 200 ml Milch 3,5% (Espresso : Milch : Milchschaum = 1:1:1)
Zubereitung
- Die Kaffeetassen mit heißem Wasser aus dem Wasserkocher vorwärmen.
- Das Unterteil des Kochers bis knapp unterhalb des seitlichen Ventils mit heißem Wasser aus dem Wasserkocher füllen (90 Grad, 120 ml).
- Zum Abmessen des Kaffees das zylindrische Siebchen randvoll mit Kaffeebohnen machen, diese dann mahlen und dann das Kaffeepulver locker in das Siebchen füllen (dabei nicht zu stark pressen).
- Den Moka Pot zuschrauben und den Kippdeckel geöffnet lassen. Dann den Pot auf den Herd stellen. Wenn der Kaffee beginnt rauszublubbern, sollte man den Pot kurz darauf vom Herd nehmen. Der Prozess dauert rund 2 bis 3 Minuten und liefert 100ml Espresso.
- Am Ende des Brauvorgangs den fertigen Espresso einmal kurz im Pot verrühren, weil er erst stark, dann immer schwächer aus dem Steigrohr kommt.
- Die Milch erhitzen, bspw. in die Mikrowelle geben. Sie sollte rund 60 Grad haben. Dann die Milch aufschäumen.
- Jetzt in die vorgewärmten Tassen je einen Espresso geben, dann die Milch, dann den Milchschaum. Wer kann, zaubert noch ein Latte Art.
- Es gibt kleine „Aeropress“-Filterpapierchen fürs Einlegen unter dem Sieb. Diese halten sämtliche Kaffeebrösel zurück. Man befeuchtet sie mit Wasser und klebt sie dann unter das Sieb: https://www.youtube.com/watch?v=niC9gm0wbjo
- Ein sog. „WDT-Tool“ hilft, das Kaffeepulver optimal aufzulockern. Es sieht aus wie ein Rasierpinsel, hat aber nur 8..12 sehr starre „Borsten“.
- Details zur Brikka: https://www.youtube.com/watch?v=v-v27cMZqPw















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